Innenstadt-Mobilität

SPD Arbeitsgemeinschaft 60 plus zufrieden mit weiterer Informationsveranstaltungen 

Auf Vorschlag der beiden Sprecher der SPD Arbeitsgemeinschaft AG60plus Elisabeth Thesing-Bleck und Bernd Haase fand am Dienstag, den 17.10.2023 eine zusätzliche Informationsveranstaltung zur Innenstadt-Mobilität statt. Der Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur hatte, Seniorinnen und Senioren in die Erholungsgesellschaft in der Reihstrasse eingeladen, um mit Ihnen über die geplante Verkehrsführung in der Innenstadt zu diskutieren.

Wie in den bisherigen Veranstaltungen, die für unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet waren, so wurden auch dieses Mal die Ziele und das Konzept der Stadt Aachen zur besseren Innenstadtmobilität vorgestellt. Die wichtigsten Maßnahmen sind: das Zufußgehen stärken, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern, den Autoverkehr stadtverträglich gestalten, die Sicherheit des Radverkehrs erhöhen und den Öffentlichen Personennahverkehr verbessern.

In der anschließenden Diskussion stellten die Teilnehmenden die Auswirkungen dar, die sich aus Sicht älterer Menschen aus diesem Konzept ergeben.

Bezogen auf die einzelnen Schwerpunkte waren die wichtigsten Kritikpunkte:

Im Fußbereich:

  • Es gibt häufig keine Trennung von Fuß- und Radverkehr. Vor allem durch rücksichtslose Radfahrer fühlen sich ältere Menschen gefährdet. Nicht selten benutzen Radfahrer Fußwege.
  • Verbotswidrig abgestellte E-Scooter gefährden ältere, oft sehbehinderte Menschen. Die Verursacher dieser Gefährdung werden nicht sanktioniert.
  • Die Teilnehmer wünschen sich häufigere Kontrollen (vor allem an Schwerpunktproblemstellen, z.B. Wirichsbongardstraße oder Münsterplatz) durch Polizei oder Ordnungsamt.
  • Die Barrierefreiheit ist noch immer ein großes Problem in Aachen.

Im Radverkehr:

  • Auch Radfahrer wünschen sich mehr Rücksichtnahme anderer Verkehrsteilnehmer (§1 StVO).
  • Das Befahren von Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung sollte durch Straßenmarkierung gefahrloser werden.
  • Der Zustand vieler Radwege wird moniert. Neben der Planung neuer Radwege sollte die Sanierung bestehender nicht vergessen werden.
  • Die Pflege der Radwege sollte intensiviert werden. Im Sommer Schnitt der überwachsenden Pflanzen, im Herbst Beseitigung von Laub (v.a. bei Nässe gefährlich), Winterräumung.
  • Die Bezeichnung von ausgewählten Radrouten als Radvorrangroute ist irreführend und gefährlich. Radfahrer haben an vielen Stellen (s.o.) keinen Vorrang und müssen sich genauso wie andere Verkehrsteilnehmer an den §1 StVO halten.

Im ÖPNV:

  • Die Taktung ist auf vielen Linien für ältere Menschen kritikwürdig (Überfüllung), ebenso die Durchsagen und das Fahrverhalten vieler Busfahrer (Stürze).
  • Die Verknüpfung vieler Linien mit dem Hbf sollte angestrebt werden.
  • Der Marktplatz ist nicht mehr anfahrbar (Marktliner).
  • Ggf. farbig markierte Sitzplätze für ältere Menschen.
  • Klimatisierte Busse
  • Zusammenarbeit mit RWTH könnte Verbesserungen bringen.

Beim Autoverkehr – MiV:

  • Der Klimanutzen sollten bei zusätzlichen Fahrten durch Sperrung der Durchfahrt auf dem inneren Ring untersucht werden.
  • Keine Abpollerung (z.B. am Annuntiatenbach), sondern Kennzeichenkontrolle von berechtigten und nichtberechtigten Verkehrsteilnehmern (z.B. Anwohner, Ausnahmeregelungen durch z.B. Pflegekräfte). Die Stadt Stolberg wird als Vorbild genannt.
  • Parkhäuser im Innenstadtbereich sollten bei städt. Veröffentlichungen besser gekennzeichnet werden.
  • Brückenneubau Turmstraße

Die Moderatoren der Stadt Aachen Herr Uwe Müller und Dr. Armin Langweg versprachen, alle Anregungen mitzunehmen und in Verwaltungshandeln umzusetzen.

Die beiden Sprecher der AG60plus waren mit der Veranstaltung zufrieden. Es konnte der Verwaltung der Stadt Aachen auch klar gemacht werden, dass das Konzept der Innenstadt-Mobilität um den Blickwinkel und um die speziellen Bedürfnisse der älteren Generation erweitert werden muss.